In Berlin ist die Zahl der Schuldner im Jahr 2008 auf den niedrigsten Stand seit 2004 gesunken, was vor allem an der guten wirtschaftlichen Entwicklung liegt.
Nachdem seit Mitte 2006 hat die Wirtschaft in Deutschland an Fahrt aufgenommen hatte, ist 2007 die Arbeitslosigkeit deutlich gesunken und damit auch die Gefahr, sich zu überschulden. Arbeitslosigkeit ist eine der Hauptursachen für Überschuldung von Privathaushalten.
Hinzu kämen Trennung vom Partner oder dessen Tod sowie Erkrankungen oder Unfälle. Besonders häufig laufen bei Singles und Großstädtern die Finanzen aus dem Ruder, da hier soziale und familiäre Bindungen weniger eng sind.
Selbst in den wirtschaftlich problematischen Stadtteilen Berlins war der inzwischen zurückliegende Aufschwung zuletzt angekommen: In Kreuzberg lag der Rückgang überschuldeter Haushalte bei 2,11 Prozent, in Tiergarten bei rund 2 Prozent. Aber dennoch: Tiergarten gehört neben Neukölln und Wedding zu den Stadtteilen beziehungsweise Bezirken mit dem höchsten Anteil von Einwohnern, die überschuldet sind. – auf rund jeden Fünften trifft dies zu. Wie zu erwarten, haben die Steglitzer, Zehlendorfer und Köpenicker ihre Finanzen am besten im Griff. Insgesamt waren 2008 410.000 Schuldner in Berlin registriert – das entspricht einer Quote von 13,84 Prozent der Gesamtbevölkerung.
Doch die teilweise besseren Zahlen dürfen über eines nicht hinweg täuschen: Berlin schneidet nach wie vor im bundesweiten Vergleich schlecht ab: Nur in Bremen ist die Quote überschuldeter Einwohner höher als in Berlin.
Mit der Wirtschaftskrise 2009 kam allerdings eine erneute Schuldenwelle. Nachlassende Konjunktur, steigende Arbeitslosigkeit erhöhen auch die relative Verschuldung der Privathaushalte.
Ohnehin haben Schuldnerberater in Berlin gut zu tun: Die Mitarbeiter, die sich ohnehin im Dauereinsatz befinden, können im Jahr rund 20.000 Betroffene beraten.
Neu sind vor allem die zahlreichen jungen Menschen, die sich verschulden. Vielen fehlt jedes Wissen über die von ihnen geschlossenen Verträge und die damit verbundenen Kosten.
Thomas Isenberg: “Die fehlende Finanzkompetenz der Jugendlichen ist der Einstieg in die Überschuldung. Was mit Handy-Verträgen anfängt, endet bei Schulden aus dem Versandhandel. Hier ist das Verantwortungsbewußtsein der Eltern gefragt.”
Ein neues Phänomen ist auch eine gestiegene Risikobereitschaft der jugendlichen Schuldner. Auch wer heute mehrere Dutzend Gläubiger hat, muss davon in seinem Alltag nicht unbedingt viel mitbekommen.
Thomas Isenberg:”Wer heute von der Überschuldung seiner Verwandten und Freunde erfährt, sollte unbedingt auf die vielfältigen Möglichkeiten der Schuldnerberatung verweisen. Sie geben insbesondere erste wichtige Hinweise, wie mit den Gläubigern umzugehen ist.”
Weiterhin empfehle ich Ihnen folgende Links zur Information:
http://www.berlin.de/verwaltungsfuehrer/schuldnerberatung/


