Beim Bau der Humboldt-Box am Schlossplatz in Mitte gibt es offenbar Verzögerungen. Als Eröffnungstermin gibt die Firma, die das Gebäude mit Aussichtsterrasse für rund fünf Millionen Euro errichtet, inzwischen erst den Dezember 2010 an. Ursprünglich hatte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher von Oktober 2010 als Eröffnungstermin gesprochen.
Die Räume der Humboldt-Box sollen nach der Fertigstellung an Nutzer wie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die Humboldt-Uni sowie die Zentral- und Landesbibliothek übergeben werden, die in der Box Ausstellungen einrichten wollen. Auch Aussichtsterrassen mit Blick auf die künftige Baustelle des Humboldt-Forums sind vorgesehen. Der Baustadtrat von Mitte, Ephraim Gothe (SPD) sagte allerdings noch vergangene Woche, dass die ausführende Firma wegen der geplanten Eröffnung im Oktober unter Zeitdruck stehe.
Schließlich geht es hier um erhebliche Beträge, die mit der Vermietung für die Werbung an den Gerüsten der Box eingenommen werden sollen. Dies hatte der Bezirk Mitte kritisiert: Die Gerüste seien nicht zu Bauzwecken, sondern nur der Werbung wegen aufgestellt worden. Damit seien sie “nicht genehmigungsfähig”, so Gothe Anfang Dezember. Dagegen sieht die ausführende Firma die Werbung als Finanzierungsgrundlage der 5 Millionen Euro teuren Humboldt-Box.
Thomas Isenberg: “Es kann nicht sein, dass das Zentrum Berlins durch solche Werbebanner dauerhaft verschandelt wird. Das schadet dem Ansehen der Stadt bei den vielen Besuchern, die hier entlangkommen. Es gibt Beispiele, wo ein Werbebanner durchaus Sinn machen kann, etwa dann, wenn nur so eine Sanierung möglich ist. Das ist aber hier nicht der Fall. Und es gibt auch Beispiele, wie Information der Bürger über das Bauprojekt anders stattfinden kann, wir alle erinnern uns an die Info-Box auf dem Potsdamer Platz.”


