Foto 5Gemeinsam mit der Arbeitsgemein-schaft sozialdemokratischer Frauen Berlin hatte am 10. Juli 2014 der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Berliner Abgeord-netenhaus, Thomas Isenberg, in seiner Reihe „Gesundheitspolitischer Dialog“ zu einer öffentlichen Veran-staltung in das Berliner Abgeord-netenhaus geladen.

Häusliche und sexualisierte Gewalt“ ist mittlerweile als ein weit verbreitetes Problem erkannt worden, das schwere, oft langwierige gesundheitlichen Folgen nach sich zieht. Zahlreiche Initiativen und Aktivitäten machen berlinweit auf dieses Problem aufmerksam und bieten Hilfe an.

Im Juni 2010 ist beispielsweise an der Charité unter den Motto „beende Dein Schweigen, nicht Dein Leben“ ein Projekt für junge Migrantinnen ins Leben gerufen worden. Damit zeitgleich startete – bundesweit einmalig – eine Aufklärungskampagne in Verbindung mit einem deutsch-türkischen Krisentelefon insbesondere für selbstmordgefährdete Frauen mit Migrationshintergrund.

Unter der Leitung der Moderatorin Barbara Scheffer diskutierten Thomas Isenberg sowie namhafte Wissenschaftler der Charité, Dr. Christine Kurmeyer, die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte, Dr. Sabine Oertelt-Prigione vom Institut für Geschlechterforschung in der Medizin, Dr. Meryam Schouler-Ocak, Leitende Oberärztin der Psychiatrischen Universitätsklinik und Prof. Dr. med. Jalid Sehouli, Direktor der Klinik für Gynäkologie, das Thema „Sexualisierte Gewalt und Diskriminierung“.

In verschiedenen Arbeitsbereichen und mit unterschiedlichen Zielgruppen wird an der Charité zu häuslicher und sexualisierter Gewalt geforscht und gelehrt. Und es ist ein wichtiges Anliegen der Universitätsmedizin, mit diesen Ergebnissen auch den betroffenen Menschen aller Altersstufen, aller Kulturkreise und jeden Geschlechts zu helfen.  In keinem anderen Bereich sind Grenzüberschreitungen so notwendig wie im Krankenhaus. Grenzen zwischen medizinischem oder pflegerischem Fachpersonal und Patientinnen und Patienten müssen überschritten werden, um Behandlung und Pflege überhaupt erst zu ermöglichen. Und gerade in diesem Arbeitsmilieu ist die Gefahr der Grenzverletzung besonders hoch. Daher sind eine wissenschaftlich fundierte Analyse der kritischen Situationen sowie die daraus abzuleitenden Handlungsanweisungen für alle Beteiligten von besonderer Bedeutung.

An den Fragestellungen, wo beispielsweise Grenzüberschreitungen oder Grenzverletzungen beginnen, inwieweit Abgrenzungen geschaffen werden können, ob bereits wirksame Strategien vorhanden sind und wie diesbezüglich die gesundheitspolitischen Ziele der Berliner Koalition aussehen, entwickelte sich ein lebendige Diskussion.