Die Abteilung Alt-Moabit befindet sich im südlichen Moabit, von der Ecke Turmstraße / Stromstraße entlang der Spree bis zur Gotzkowskybrücke und entlang der Beusselstraße bis zur Turmstraße. Nähere Informationen zum aktuellen Abteilungsgeschehen erhalten Sie hier:

www.spd-altmoabit.de

Der Ortsteil Moabit des Bezirks Mitte wird von natürlichen und künstlichen Wasserstraßen umgeben. Die Spree, der Charlottenburger Verbindungskanal, der Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal, sowie West-, Nord- und Humboldthafen grenzen Moabit ein. Aber erst seit 1875, dem Jahr der Fertigstellung des Charlottenburger Verbindungskanals, nachdem der Berlin- Spandauer Schifffahrtskanal 1859 eröffnet wurde, ist Moabit, mit seinen 21 Brücken, tatsächlich eine Insel.

Die Besiedelung des heutigen Moabit begann 1685 mit dem Bau des Staakensetzerhaus an der Westgrenze des Wildparks. 1698 überließ Kurfürst Friedrich III. den auf dem Areal des heutigen Humboldthafens liegenden Weinberg dem Hugenotten Menardié, der hier ein Gasthaus betrieb.

Im Jahr 1717 siedelte König Friedrich Wilhelm I. zwischen der heutigen Straße Alt-Moabit und der Spree Hugenotten an. Die Glaubensflüchtlinge sollten hier Maulbeerbäume für die Seidenraupenzucht anpflanzen, was jedoch an der unzulänglichen Qualität der Böden scheiterte. So wurden die Grundstücke schon zehn Jahre später für andere, meist gärtnerische Zwecke verwendet und es entstanden hier die ersten Sommersitze wohlhabender Berliner Bürger.

Die Herkunft des Namens Moabit ist umstritten. Sehr wahrscheinlich lässt sich die Bezeichnung auf die ersten Bewohner dieses Gebietes, die Hugenotten, zurückführen. Die französischen Glaubensflüchtlinge nannten ihren neuen Wohnsitz in Anlehnung an das Alte Testament terre de Moab, denn sie fanden hier ebenso Zuflucht wie die Israeliten nach dem Auszug aus Ägypten im Land der Moabiter, bevor ihnen der Einzug ins Land Kanaan gestattet wurde. Der Name „Moabiter Land“ entstand höchstwahrscheinlich mit dieser ersten Ansiedlung der Hugenotten und wird 1738 erstmals erwähnt.

Zwei Westfalen erhielten um 1769 Ländereien von Friedrich II. im Gebiet des heutigen Westfälischen Viertels von Moabit. Ihnen wurde auferlegt, die Brandenburger darin zu unterrichten, lebende Hecken nach westfälischer Art zur Einfriedung ihrer Höfe anzulegen. Die Westfalen errichteten auf ihren Anwesen Gaststätten, die sich steigender Beliebtheit bei der Stadtbevölkerung erfreuten. Moabit war damit zu dieser Zeit ein Naherholungsgebiet mit ländlichem Charakter.

Moabit war lange Zeit so gut wie unbewohnt. Im Jahre 1801 zählte Moabit 120 Einwohner. Nach der Eingemeindung nach Berlin 1861 kam es dann jedoch zu einem raschen Anstieg. Ende des 19. Jahrhunderts wohnten dort schon 93 463 Menschen.

Grund dafür war auch die florierende Industrialisierung, die hauptsächlich in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts das Leben des Viertels prägte.

Der Anteil der Moabiter mit ausländischen Wurzeln betrug Ende 2007 28,2 %. Im Durchschnitt weisen in Berlin 14 % der Einwohner einen Migrationshintergrund auf.

Die erste Phase der Industrialisierung fand am Ufer der Spree, im Gebiet Alt-Moabit, Stromstraße, Kirchstraße statt. Verschiedene Industriezweige siedelten sich dort an. Moabit wurde besonders im ausgehenden 19. Jahrhundert immer stärker bevölkert. Die besiedelte Fläche nahm zu und viele Großindustrien wurden durch den Neubau von Mietskasernen nach Wedding verdrängt. Die Großindustriellen rechneten sich aus, dass mit Miete mehr Geld zu verdienen sei als mit der Produktion von Gütern. Die Infrastruktur wurde ausgebaut: neue Straßen angelegt, neue Wohnungen, neue Brücken, Kanäle gebaut. Die Transportmittel entwickelten sich, 1900 fuhr die erste elektrische Straßenbahn durch Moabit. Das Stadtbild des Viertels änderte sich rapide.

Die wirtschaftliche Krise, die Rezession und die zum erheblichen Teil miserablen Wohn- und Lebensbedingungen führten die Arbeiterbevölkerung Moabits zum starken politischen Bewusstsein. 1910 demonstrierten in Tiergarten 150 000 Berliner gegen das Dreiklassenwahlrecht. Während der Mai-Feier 1929 kam es auch in Moabit zu blutigen Straßenkämpfen. Soziale Konflikte führten regelmäßig zu Mieter- oder Arbeiterstreiks, die in gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei endeten.

Als die NSDAP an die Macht kam, mussten viele Sozialdemokraten und Kommunisten ihren Widerstand gegen das Regime mit ihrem Leben bezahlen.

Die Synagoge in der Levetzowstraße wurde während des Pogroms des 9. Nov. 1938 verwüstet. 30.000 Berliner Juden wurden von der zum Sammellager umfunktionierten Synagoge durch die Moabiter Straßen zum Güterbahnhof an der Quitzowstraße getrieben. Von dort fuhren die Deportationszüge zu den Ghettos und Vernichtungslagern. Seit Januar 2007 wird daran mit einer Gedenksäule erinnert.

Schon im November 1943 wurde besonders der Beusselkiez stark von Bombenangriffen getroffen. Nach den Endkämpfen im April und Mai 1945 waren über zwei Drittel des Wohnraums zerstört. Die Straßen glichen einer Trümmerlandschaft.