Die SPD-Abteilung Moabit-Nord befindet sich zwischen der Turmstraße, der Invalidenstraße und den natürlichen Außengrenzen des nördlichen Moabits. Der Ortsteil Moabit des Bezirks Mitte wird von natürlichen und künstlichen Wasserstraßen umgeben. Die Spree, der Charlottenburger Verbindungskanal, der Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal, sowie West-, Nord- und Humboldthafen grenzen Moabit ein. Aber erst seit 1875, dem Jahr der Fertigstellung des Charlottenburger Verbindungskanals, nachdem der Berlin- Spandauer Schifffahrtskanal 1859 eröffnet wurde, ist Moabit, mit seinen 21 Brücken, tatsächlich eine Insel.

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Der östliche Teil Moabits wurde außerdem von Militär und Justizeinrichtungen geprägt. 1847 wurde das Zellengefängnis fertig gestellt sowie Gerichte (1906: Neues Kriminalgericht, Turmstraße), Exerzierplätze und 1848 die Kaserne des 2. Garde-Ulanen-Regimentes. Die königlichen Pulverfabriken westlich des Moabiter Weinbergs machten 1717 den Anfang und bis 1734 dehnten sich die militärischen Anlagen bis dicht an die Hugenotten-Kolonie aus. Die Bezeichnung Pulverwiesen für die Spreewiesen südlich der Militäranlagen hielt sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts.

Moabit wurde besonders im ausgehenden 19. Jahrhundert immer stärker bevölkert. Die besiedelte Fläche nahm zu und viele Großindustrien wurden durch den Neubau von Mietskasernen nach Wedding verdrängt. Die Großindustriellen rechneten sich aus, dass mit Miete mehr Geld zu verdienen sei als mit der Produktion von Gütern. Die Infrastruktur wurde ausgebaut: neue Straßen angelegt, neue Wohnungen, neue Brücken, Kanäle gebaut. Die Transportmittel entwickelten sich, 1900 fuhr die erste elektrische Straßenbahn durch Moabit. Das Stadtbild des Viertels änderte sich rapide.

So wurde aus dem ehemaligen Produktionsgebiet ein reines Arbeiter-Wohnviertel. Lediglich im Westen Moabits sind noch Industrieanlagen wie z. B. die berühmte AEG-Turbinenfabrik erhalten.

Die daraus resultierende Bevölkerungszunahme ist auch Ursache für die Errichtung von Schulen (1852: erste staatliche Schule), Krankenhäusern (1872, Krankenhaus Moabit) und Markthallen (1891, Arminius Markthalle). Das Kraftwerk Moabit wurde 1899 gebaut.

Zur geistlichen Betreuung der überwiegend aus Schlesien stammenden katholischen Arbeiter der Moabiter Industriegebiete wurde im Jahr 1867 mit Unterstützung des Fabrikanten August Julius Albert Borsig, des Sohnes von August Borsig, das erste nachreformatorische Kloster Berlins gegründet, das Dominikanerkloster St. Paulus mit gleichnamiger Pfarrkirche.

1888 kaufte der Unternehmer Ludwig Loewe das Gelände auf den Martinickenfeldern und begründete dort mit dem Bau einer Waffen- und einer Werkzeugmaschinenfabrik ein Industriegebiet. Zusammen mit AEG nahm er lange eine dominierende Stellung im sozialen und politischen Leben des Viertels ein.

An der Wiebestraße entstand 1901 das mit mehr als 10.000 m² seinerzeit größte Straßenbahndepot Europas, dessen Hallen heute vom Meilenwerk Berlin genutzt werden. Die um 1909 von Peter Behrens erbaute AEG-Turbinenfabrik an der Huttenstraße ist einer der bekanntesten Bauten der Industriearchitektur.

Die wirtschaftliche Krise, die Rezession und die zum erheblichen Teil miserablen Wohn- und Lebensbedingungen führten die Arbeiterbevölkerung Moabits zum starken politischen Bewusstsein. 1910 demonstrierten in Tiergarten 150 000 Berliner gegen das Dreiklassenwahlrecht. Der Streik in der Sickingenstraße im September 1910 fand eine internationale Resonanz in der Presse. Während der Mai-Feier 1929 kam es auch in Moabit zu blutigen Straßenkämpfen. Soziale Konflikte führten regelmäßig zu Mieter- oder Arbeiterstreiks, die in gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei endeten.

Schon im November 1943 wurde besonders der Beusselkiez stark von Bombenangriffen getroffen. Nach den Endkämpfen im April und Mai 1945 waren über zwei Drittel des Wohnraums zerstört. Die Straßen glichen einer Trümmerlandschaft.

Im Jahr 1945 wurde Tiergarten, also auch Moabit, Teil des britischen Sektors. Der Wiederaufbau musste geleistet werden, da so viele Gebäude zerstört oder stark beschädigt waren. Zwischen 1958 und 1961 wurde auch Moabit an das U-Bahnnetz angeschlossen. Der Westhafen wird 1956 in Betrieb genommen. Der Großmarkt Beusselstraße eröffnete 1965.

In den 60er und 70er Jahren wurden viele ausländische Gastarbeiter nach Berlin geholt. Sie zogen auch nach Moabit. Heute macht ihr Anteil um die 30% der Moabiter Bevölkerung aus, inzwischen in der dritten Generation.