Die SPD-Abteilung Tiergarten-Süd reicht von der Südgrenze des Großen Tiergartens bis zur Kurfürstenstraße im Süden, im Westen bis zur Bezirksgrenze an der Budapester Straße, im Osten bis zur Bezirksgrenze mit Kreuzberg-Friedrichshain. Über die Aktivitäten informiert die Homepage der Abteilung:

www.spd-tiergarten-sued.de

Die Magistrale, die sich durch diesen Bereich hindurchzieht, ist die Potsdamer Straße, ein Teil der ehemaligen Reichsstraße von Aachen nach Königsberg. Sie wurde 1790−1792 als erste Straße Preußens in Form einer sogenannten „Kunststraße“ (Chaussee) befestigt. Entgegen der Kriegsweisheit von Friedrich II. „Je schlechter die Straße, desto schwieriger kommt der Feind auf ihnen voran“, beauftragte erst dessen Nachfolger Friedrich Wilhelm II. den Architekten Carl Gotthard Langhans, der auch das heutige Brandenburger Tor entworfen hat, die Straße zwischen Berlin und Potsdam zu befestigen, zu schottern und mit einer Allee zu säumen.

Hier lebten Chamisso, Menzel, Fontane, Hedwig Dohm, Joseph Roth. Die Schriftstellerin Lina Morgenstern aus der Potsdamer Straße initiierte 1896 den ersten internationalen Frauenkongreß. 1913 veranstaltete Herwarth Walden den „Ersten Deutschen Herbstsalon“ internationaler moderner Kunst. 1923 kam aus dem „Vox-Haus“ die erste allgemeine Rundfunksendung.

Die erste Ampel Berlins wurde 1924 am Potsdamer Platz installiert. Sie war seinerzeit umstritten, weil kein Mensch es einsah, von einem Lichtsignal Anweisungen entgegennehmen zu müssen. Eine Nachbildung dieser Ampel steht heute wieder an der historischen Stelle.

Mit der Teilung der Stadt 1961 lag das Nordende der Potsdamer Straße im Nichts. Konsequent wurde von Hans Scharoun die Staatsbibliothek quer über den historischen Straßenverlauf gesetzt, die Potsdamer Straße nach Nordwesten auf die bisherige Viktoriastraße verschwenkt. Nach der Wende ist das abgeschnittene Teilstück zum Potsdamer Platz als „Alte Potsdamer Straße“ reaktiviert worden und heute eine durch viele Fußgänger belebte Nebenstraße zum Marlene-Dietrich-Platz.

In den Jahren vor und nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich die Potsdamer Straße zwischen der Lützow- und der Kurfürstenstraße zum Rotlichtviertel in dem die Prostitution in entsprechenden Nachtclubs blühte. Erst Ende der 1980er-Jahre begann sich dieses Image für das genannte Teilstück der Straße zu verlieren.

Zahlreiche Kulturinstitutionen und Medienfirmen aller Art  haben sich entlang der Straße niedergelassen, von Neuer Nationalgalerie und Philharmonie bis zu Bargeld Entertainment („Einstürzende Neubauten“). Historische und heutige Persönlichkeiten führen durch die Geschichten und lassen die Leser die Straße erleben, Biedermeier, Revolutionsjahre, Kaiserzeit, Weimarer Republik, NS-Zeit, die Entwicklung seit der Nachkriegszeit bis heute.

Aus der grössten Bausstelle Europas wurde dann vor rund 10 Jahren der Potsdamer Platz, er besticht mit einer modernen aber auch kontrovers diskutierten Architektur.