Seit 8 Wochen liegt der Rasen unter einem luftdichten Eispanzer. Experten befürchten, dass er verfault.
Schon seit Silvester nimmt eine dicke Eisschicht den Wiesen die nötige luft zum Atmen. Die Folge ist, Ursache ist die dicke Eisschicht, die seit Silvester den Wiesen die nötige Luft zum Atmen nimmt. Durch Sauerstoffmangel und Schmelzwasser bildet sich nun Schneeschimmel, durch den der Rasen letztlich abstirbt.
Diese Gefahr wird auch vom Straßen- und Grünflächenamt Mitte erkannt. Auch macht man sich bereits Gedanken über den Umfang der wiederherzustellenden Rasenflächen und der damit verbundenen zusätzlichen Kosten. Es werden bis zu 120.000 Quadratmeter zu ersetzender Rasen befürchtet.
Doch Schuld an dem Schimmel-Phänomen ist nicht der lange Winter allein: denn stets fror der gefallene Schnee zu Eis, bevor erneut eine weitere Schneeschicht fiel. Die unterste Schicht besteht aus reinem Eis und verhindert das Abfließen des geschmolzenen Schnees der darüberliegenden Schichten. Während des nach der langen Frostperiode einsetzenden Tauwetters konnte das Schmelzwasser nicht durch die darunterliegenden Eismassen abfließen und staute sich auf den Rasenflächen.
Diese Dauerfeuchtigkeit kann, je nach Wetterlage, ein bis zwei Wochen anhalten. Ideale Bedingungen also, um den Befall der Rasenflächen mit Schimmel zu befördern. Der Schimmelpilz setzt sich zunächst im Rasen fest, bildet dann wässrig-graue Flecken mit braun auslaufenden Rändern, die je nach Befall vier bis 30 Zentimeter Durchmesser erreichen.
Gibt es eine Möglichkeit, um die pilzbefallenen Rasenflächen zu retten?
Das Grünflächenamt Mitte setzt hierfür spezielle Bodenbelüftungs-Maschinen ein, die zunächst Löcher in den befallenen Boden stechen, die anschließend mit einer Mischung aus Dünger, Sand und Grassamen verfüllt werden. Der Boden beginnt wieder zu atmen. Im Frühjahr keimen dann die Samen. Diese Methode hat allerdings einen Nachteil – die hohen Kosten. Das Bezirksamt muss die Belüftungsmaschine bei einer Spezialfirma ordern – und die nimmt 1000 Euro für 10.000 Quadratmeter.
Thomas Isenberg: „Beim Großen Tiergarten handelt es sich um einen beliebten und zentralen Ort, der von Berliner und Besuchern gern angenommen wird. Ich setze mich dafür ein, dass die entstehenden Mehrkosten über die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung getragen werden. Der Bezirk Mitte selbst ist dazu nicht in der Lage und gehört ohnehin zu den finanzschwächsten Bezirken Berlins.“
Der Tiergarten in seiner heutigen Form auf auf Friedrich II. Von Preußen zurück, der kein Freund der Jagd war und daher 1742 Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff den Auftrag gab, den bisherigen Tiergarten zu einem Lustpark für die Bevölkerung umgestalten zu lassen. 1818 erhielt Peter Joseph Lenné den Auftrag für die Neugestaltung des Tiergartens. Er plante einen landschaftsähnlichen Volkspark. Am 6. März des Revolutionsjahres 1848 wurde am Rande des Großen Tiergartens in einer ersten Versammlung die Abschaffung der staatlichen Zensur gefordert.



